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STORYTELLER.

In aller Munde.

NOZ18.12.2014

Zweite Karriere für schiefen Teller aus Osnabrück

Osnabrück. Eine schräge Idee aus Osnabrück sorgte vor 14 Jahren für Unruhe im Porzellanladen: der schiefe Teller. Den Durchbruch schaffte der Dellen-Teller wegen eines kleinen Hindernisses nicht. Den Mangel hat Erfinder Claus Roeting jetzt behoben. Die zweite Karriere kann starten.

Auf dem schiefen Teller sammelt sich der letzte Suppenrest in einer Delle. Wie praktisch: Der Teller muss nicht mehr gekippt werden. Und pfiffige Köche können die auf dem ersten Blick nicht erkennbare Schieflage für ungewöhnliche Kreationen nutzen. Der renommierte Porzellanhersteller Seltmann Weiden nahm 2002 den Teller mit dem eingebauten Tal ins Sortiment auf. Maggi machte daraus einen Werbegag. Insgesamt 150000 Stück wurden verkauft, sagt Claus Roeting, Gründer und Chef der Firma Crimex. In der Gastronomie setzte sich die Idee trotz der anfangs euphorischen Reaktionen nicht durch. Die Gäste mögen ihn, aber die Küchenmannschaft nicht. Denn: Der schiefe Teller ist nicht stapelbar. Ab dem fünften Teller neigt sich der Turm gefährlich zur Seite. Das ist unpraktisch.

Die Lösung brachte eine kluger Kopf aus Spanien. Ramón Lopez Mera kam über das Erasmus-Ausstauschprogramm als Student nach Osnabrück und landete als Praktikant in der Werbemittelfirma Crimex. Chef Claus Roeting setzte den neuen Mann auf den Teller an – und Ramón Lopez Mera hatte nach etwas Tüftelei die Lösung: Rillen oben und unten. Das Prinzip ist nicht revolutionär neu, sondern von stapelbaren Gläsern bekannt. Doch erstmals konnte Roetings Team jetzt dank der 3-D-Drucktechnik Prototypen vom Teller mit vertretbarem Aufwand herstellen und die Stapeltauglichkeit am realen Objekt testen. Ohne diese dreidimensionalen Kunststoffdrucker hätten die Test-Teller jeweils einzeln gebrannt werden müssen, was die Kosten in die Höhe getrieben hätte.

Ramón Lopez Mera hat noch mehr auf dem Kasten. Als wir ihm über die Schulter schauen, zeichnet er auf einem Blatt Papier die Konturen eines Rucksackes, dessen Reißverschluss sich beim Aufschnallen automatisch schließt und beim Tragen nicht geöffnet werden kann. Ob die Erfindung in Serie geht? Roeting zuckt mit den Schultern und lacht.

Bei der Vermarktung der Ideen aus seiner Erfinderwerkstatt ist der 46-Jährige vorsichtiger geworden. Der schiefe Teller, so meint er, hätte mehr Potenzial gehabt, wenn die Partner das Produkt (Name: „excentra“) klüger vermarktet hätten. Die Neuauflage will er deshalb Mitte 2015 selbst auf den Markt bringen, zum Paar-Preis von 14,90 Euro. „Das ist die Preisklasse für ein kleines Geschenk zum Geburtstag“, sagt Roeting, der darauf vertraut, dass sich die Teller-Idee in den sozialen Medien viral verbreiten wird.

– Die Geschichte geht weiter: Zweite Karriere für schiefen Teller aus Osnabrück | noz.de

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